Wolkenkrieger von Eoe

Wolkenkrieger von Eoe

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Erleben sie den Auftakt im Lied des Ewigen Nebels …
… geheimnissvoll, mystisch und bezaubernd erotisch

Die Welt war vom Nebel bedeckt, nur die höchsten Berge von Eoe ragten aus dem wabernden Leichentuch. Die Menschen hatten sie in Äonen zu ihrer Heimat gemacht und den Felsmassiven hängende Gärten und Plateaus abgerungen, die wie Inseln aus dem weißen Dunst stachen, in dem sich verdrehte Kreaturen und abstoßende Monster verbargen. Jeden Monat wenn sich die beiden Monde Miai und Okine trafen, wallte der Nebel besonders heftig auf, überflutete meine Heimat und spülte die Nebelbestien bis in die Gassen unseres Dorfes Chesoba. Aber als Kommandantin der Wolkenkrieger hatte ich das im Griff, oder besser in der Pfote.
Zumindest bis die Kaiserlichen kamen, Rekruten für ihren Krieg gegen die Südländer einzogen und Vater für meine Dummheit sterben würde.

Leseprobe:

Die Dienerin stellte sich auf die Zehenspitzen und entfachte eine weitere Öllampe, deren flackender Schein, die Schatten der Nacht aus dem Herrschaftszelt verbannte.
Prinz Shimayan ließ sich müde auf den Sessel vor dem wuchtigen Tisch sinken, der beinahe die Hälfte des Zelts einnahm. Die geschwungenen Beine waren wie mächtige Pranken geschnitzt und das dunkle Teschbaumholz schimmerte Purpur.
Er beobachtete die anmutige schlanke Gestalt, die das Anzündstäbchen ausblies. Es war Frühling aber die Höhe in der Chesoba lag ließ das Thermometer abends empfindlich abfallen. Das asymmetrische Kleid der jungen Frau, dessen knielanger Rock auf der linken Seite bis zur Taille geschlitzt war, schmeichelte ihrer Figur und seinen Augen, passte aber nicht zu den fast frostigen Temperaturen. Ebenso wenig wie der Umstand, dass sie keine Schuhe trug.
»Weshalb gehst du barfuß?«, fragte er.
Sie drehte sich langsam in einer geschmeidig fließenden Bewegung um, verschränkte die Arme hinter dem Rücken, platzierte das rechte Bein präzise vor dem Linken und senkte den Kopf. Der Dinerschritt, in dem die weiblichen Bediensteten des Hofs zu verharren hatten, bis sie Anweisungen bekamen.
»Um die Unterwerfung und den Gehorsam der Dienerin zu demonstrieren Herr«, flüsterte sie mit melodischer Stimme.
Er runzelte die Stirn.
Was immer Gehorsam damit zu tun hatte, dass sie sich eine Blasenentzündung holte.
»Und wie beweist du mir das, indem du keine Schuhe trägst?«
»Der Herr möchte die Dienerin so wenig wie möglich verhüllt sehen Herr.«
Aha …
… aber schön, dass er jetzt wusste, was er wollte.
»Weil …?«, hakte er nach.
»… der Herr die Dienerin jederzeit so benutzen möchte, wie es ihm beliebt Herr.«
Natürlich, weshalb hatte er überhaupt gefragt. Wahrscheinlich trug sie unter dem zarten Hauch von Nichts, nicht einmal Unterwäschen und es genügte einen einzigen Knopf zu lösen, um sie vollkommen zu entkleiden.
Weshalb war ihm das bisher nie aufgefallen?
Weil es sich in der Stadt der Türme richtig anfühlte und nahtlos in den Prunk des Palasts passte, in die Wandelgänge und Lustgärten, deren Blütenpracht den Jahreszeiten spottete und in die rauschenden Feste, auf denen die Besucher in Eimer kotzten, um das Buffet zu bewältigen.
In Chesoba sah die Welt anders aus.
Krieg war hier kein Planspiel mit bunten Hütchen auf einer Landkarte, sondern die Angst in den Augen der Rekruten und die Tränen in den Gesichtern ihrer Angehörigen …
… und die Verzweiflung einer Sklavin, als ihr Herr eingezogen wurde.
Das Katzenmädchen ging ihm schon den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf.