Sünde – Schandmaske

Schandmaske

SchandmaskeDer zweite Band des düsteren Fantasy Epos über den Heiligen Krieg im Herem …
… mystisch, erotisch und teuflisch gut!

Die Babylonier nannten mich Lilītu, die Hebräer לילית …
… und dann kamen die Christen. Sie teilten die Welt in Gut und Böse und eine 1,80 Meter große Frau mit geschwungenen Hörnern, Fledermausflügeln und Hufen wie eine Ziege, die zwei seelenverschlingende Runenklingen in die Schlacht führte, ließ sich für die bigotten Kuttenträger nur schwer mit dem Begriff Gut vereinbaren. Die Menschen nennen mich Tänzerin des Krieges, Verführerin der Nacht oder einfach Dämon. Die Inquisition hat mich vor Jahrhunderten gefangen genommen und jetzt mit Runen der Macht an eine der ihren, eine junge Unterwerferin namens Trisch gebunden, um einen Serienmörder zu jagen, der auf bestialische Art jungen Frauen umbringt. Ich sollte fliehen, doch dann müsste ich jeden in meiner Nähe töten und damit wäre ich wirklich das Monster, das die Kirche in mir sehen will und sie hätten recht, wenn sie mich einkerkern und foltern. Außerdem steckt hinter den Morden anscheinend mehr als die Perversionen eines Triebtäters und führt mitten in die Gräuel des Heiligen Krieges.
Dies ist meine Geschichte und die Geschichte des Heiligen Krieges im Herem, dessen Ausgang über das Schicksal zweier Welten und meines Volkes entscheidet.

 

 

Leseprobe:

Außerdem vertraute ich mein Leben einem Fremden an, von dem ich noch nicht einmal den Namen kannte.
Und was ist die Alternative?
2:58 Uhr, ich schwang meine Beine aus dem Bett, hüpfte in meine Jeans und zog mir die blauen Sneakers an, das beigefarbene Hemd knöpfte ich auf dem Weg zur Tür zu, die ich leise eine Handbreit öffnete.
Der Flur war dunkel.
Ich atmete tief ein und schlüpfte durch den Türspalt auf den Gang. Ich wartete einige Sekunden, ob Trisch es bemerkte, aber sie hatte meine Tür anscheinend tatsächlich nicht mit einer Bannrune belegt. Mein schlechtes Gewissen wuchs …
… sie vertraut mir wirklich.
Und ich haue sie so richtig in die Pfanne.
Ich schlich zum Treppenhaus und drückte die schwere feuerhemmende Tür auf.
3:05 Uhr, ich war etwas zu früh. Mein Puls raste und das Blut rauschte in meinen Ohren. Das grüne Metallgeländer und die schmucklose Betontreppe wurden von trüben Notlampen in ein geisterhaft diffuses Licht getaucht. Es war nichts zu hören. Vorsichtig ging ich zum ersten Stock hinunter und sah auf die Uhr.
3:07 Uhr.
Ist damit die Zeit gemeint, wenn ich den Flur betrete oder …
… egal
Ich schob mich wie ein unsichtbarer Schatten auf den Flur des ersten Stocks und versuchte so gut es ging, mit der Wand zu verschmelzen. Fast erwartete ich jede Sekunde Trischs Stimme hinter mir zu hören, die mich fragte, was ich um die Uhrzeit hier zu suchen hätte. Ich war in einem Bereich des Hotels, in dem es für mich keine vernünftige Ausrede mehr gab, falls ich entdeckt wurde.
Geh einfach wieder in dein Zimmer zurück, es wird sich schon eine Lösung finden, dass sie mich nicht wieder einsperren.
Aber ich glaubte so wenig daran, wie sich das, was ich hier tat, richtig anfühlte.
Stimmen, mir gefror vor Schreck das Blut in den Adern.
Es war das leise Lachen von Novizin Mirjam, sie war anscheinend noch wach.
Mit wem unterhält sie sich?
»Warte ich leg dich mal zur Seite, da ist jemand.«
Wahrnehmungsrunen!
Ich konnte den kalten Hauch im Nacken spüren, bevor ich die schwach glimmenden Zeichen auf dem Türstock sah. Ich huschte weiter Richtung Besenkammer.
Sinnlos!
Ich war aufgeflogen, ich hatte es vergeigt.
»Was ist los Lilith, kannst du nicht schlafen?«, die Worte trafen mich wie Wurfmesser