Sturmgepeitscht

Sturmgepeitscht

 

CoverGischt1ebookDer fesselnde Auftakt eines Fantasy Epos über alte Schuld, eine exotische Versuchung …
… und einen Fisch, der keine kandierten Seegurken mag.

Sie war Sh´eeba talan aman`Natur, zweite Tochter des Ersten, Sturmsängerin und Beschützerin der großen Aggra und sie trug ein stählernes Halsband, das sie an Karl Dragus und die Menschen kettete, aber das war der Preis, den sie zahlen musste, um die Existenz ihres Volkes geheim zu halten.
Sie und die anderen Opfer, die jedes Jahr das Meer verlassen mussten.
»Warum bist du ihnen nicht gleich aufs Deck gesprungen und hast sie zu einem Tanz eingeladen?«, der letzte gemeinsame Nachmittag. Die Worte ihrer Schwester La´tiffa, hallten noch in ihrem Kopf. Erinnerungen an eine glücklichere Zeit aber mittlerweile hatte sie ihren Frieden gemacht mit einem Schicksal unter Menschen.
Zumindest bis ihre Freundin sie in eine Zelle einkerkert und ein rätselhafter Fremder im Strandcafé sich in sie verliebt und ein Strudel von Ereignissen seinen Lauf nimmt, in dem nichts mehr so ist, wie es mal schien.
Und dabei ist sie erst 259 Jahre alt und hat einen beklagenswerten Menschentick, der ihre Schwester schrecklich nervt.

 

 

Leseprobe:

Ich zuckte zusammen, kniff die Augen zusammen und legte den Kopf in den Nacken, hoch über unseren Köpfen war etwas auf die Kuppel der Aggra geprallt und jagte eine Kaskade konzentrischer schillernder Kreise über den schützenden Schirm.
Irgendwas, das ein Schiff der Menschen verloren hat …
Ich werde mich nie daran gewöhnen.
Es war noch früh am Morgen, irgendwann in der ersten Hälfte der Hora Prima und es war mein erster freier Tag seit …
… es fühlte sich an wie Dekaden.
Und der Nächste wird auch nicht viel eher kommen.
Nächsten Idus war das Wellensängerfest und gleich am Tubilustrium das Fest der Tiefe.
Eigentlich sollte ich mich darauf freuen …
Aber dann musste ich zum Gewand der Sturmsänger wieder die Farben unseres Hauses tragen und damit waren mir Vaters endlose und ätzende Kommentare sicher.
Die edlen Farben unseres Hauses passen nicht zu rot …
… ja du mich auch.
Ich konnte den Kommandanten natürlich darum bitten, mich irgendwo weit weg vom Rednerpult einzuteilen …
… und ihm damit auf die Nase binden, wie unglücklich Vater darüber ist, dass ich mich den Sturmsängern angeschlossen habe.
Der amasch´Lareff hielt die aman´Ih´gor, die Hohe Garde der Aggra, nicht für würdig genug, dass ich ihr beitrat.
Das gibt einen tollen Streit …
… mit mir zwischen allen Stühlen.
Dann schon lieber Vaters Spitzen.
Es war zwar nicht ungewöhnlich, dass von den Kindern eine gewisse Treue zur Kaste, der va´Arna erwartet wurde, aber Vater übertrieb.
Ma´rella hatte sich für die Gischtsänger entschieden und führte damit die Tradition unserer Familie fort und La´tiffa hatte die Wellensänger gewählt, die va´Arna unserer Mutter.
Also …
Ich hatte den roten Turm verlassen, bevor er zu geschäftigem Leben erwachte und mich mit Vela und Harim in den Riffpark verkrochen. Wir saßen in einer versteckten Nische, die sich in einen Steingarten schmiegte und von einem knorrigen Mandelbaum überschattet wurde. Harim spielte auf der Flöte und …
… Vela tippte den kunstvoll geschnitzten Orca an, überlegte kurz und schien sich dann für den Seelöwen zu entscheiden.
Ich seufzte, »berührt geführt.«
Sie zog einen Schmollmund und sah mich böse an.
Was soll´s, sie wird eh gewinnen.
Ich schloss die Augen und nickte, »gut dieses eine Mal. Aber lass es nicht zur Gewohnheit werden.«
Sie grinste triumphierend, nahm den Hammerhai, sprang über drei meiner Spielfiguren in der mittleren Reihe und schlug danach meinen Narwal.
Scheiße verdammte!
Harim grinste und schob mir die Schale mit Früchten zu.
Ich ließ mich in die Kissen der Kline sinken und sah nach oben.
Ich bin ich echt geliefert. Das ist das dritte Mal in Folge, dass sie gewinnt.
Ich konnte den beiden natürlich verbieten, über meine historische Niederlage mit irgendjemandem auch nur ein Sterbenswörtchen zu reden allerdings bezweifelte ich, dass es viel bringen würde.
Vela angelte nach einer Traube aus der Schale und klimperte unschuldig mit den Wimpern, »ihr seit am Zug Herrin.«
Das weiß ich du dummes Ding.
Nein, dumm ist sie definitiv nicht, sonst würde sie ja nicht ständig gewinnen. Mit Glück allein lässt sich das nicht erklären.