Nebelbestien von Eoe

Nebelbestien von Eoe

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Erleben sie den zweiten Band im Lied des Ewigen Nebels …
… geheimnisvoll, mystisch und atemberaubend spannend

Dem Tod auf dem Pfahl war ich knapp entkommen, aber dann zwang mich die Doppelflut Prinz Shimayan zu gestehen, dass ich die Wolkenkrieger kommandierte. Ich, eine Finyan …
… eine Sklavin.
Undenkbar!
Aber die erneute Nebelflut bedrohte meine Heimat Chesoba und spülte Himmelsflossen und Krabbler in die engen Gassen unseres Dorfs.
Und dann waren da noch die Wolkenweber.
Gigantische Spinnen, die größer waren, als ein ausgewachsener Mann. Zwischen ihren Beinen spannten sich feine Flughäute auf, die es ihnen ermöglichten zwischen den Plateaus durch den Nebel zu gleiten und das Gift ihrer Zangen bescherte einen langsamen qualvollen Tod. Das war die Welt von Eoe unter den brodelnden Wolkenmassen und eigentlich verspürte ich wenig Lust, auch nur einer dieser Kreaturen zu begegnen. Aber wenn ich meine kleine Schwester Mia und Hiron, meinen Geliebten retten wollte, reichte es nicht, Chesoba zu verteidigen, ich musste in den giftigen Nebel absteigen.

 

Leseprobe:

Ohne die Kaiserlichen wäre ich schon lange davongesprintet um den bedrängten Bauern zu Hilfe zu kommen, aber irgendetwas in mir sperrte sich dagegen, mich vor dem Prinzen und Korom auf alle viere zu werfen und wie eine Katze loszupreschen.
Weil es nicht menschlich ist und nicht zu jemandem passt, der Eldom Erims Tochter sein will.
»Tabira!«, wieder Juls Stimme.
Sie sterben.
Ich reichte Jul die Nebelfackel, beugte mich nach vorn und raste davon. Meine Ohren spielten, ich bog von der Faqzstrasse in die Heshallee ein, aus dem Stimmengewirr schälten sich einzelne Worte.
Ich hatte sie fast erreicht.
Der Tross aus Bauern und Wagen hatte den größten Teil des Wegs tatsächlich alleine geschafft. Sie mussten die Ernte sofort abgebrochen haben, als die Nebelflut einsetzte.
Irrationaler Stolz erfüllte mich. Irgendjemand war umsichtig genug gewesen auf die winzigen Vorzeichen zu achten, die das Ansteigen der tödlichen Dunstmassen ankündigte.
Vor mir tauchten die Lichtblasen von Fackeln auf, Schemen zuckten wie groteske Scherenschnitte vor dem gelben Grau, Schreie peitschten durch den Nebel.
»Da! Achtung!«, das war Kalein Undor, ein grauer Schatten, der ein groteskes Ballett mit einer Himmelsflosse tanzte.
Er hieb mit einem Stock auf das fischartige Nebelmonster ein und blutete aus unzähligen Wunden. Ich warf ihm einen raschen Blick zu, er würde es überleben, wenn man den Schleim schnell genug aus den Wunden wusch, aber der Blutgeruch machte das Tier rasend und stachelte es zu immer wilderen Attacken an. Ich schoss auf die Kämpfenden zu, krümmte den Rücken, jeder Muskel in meinem Körper war bis zum Zerreißen gespannt, stieß mich vom Boden ab und sprang.
Der Moment schien sich zur Ewigkeit zu dehnen, die riesigen Flossen, die dem Tier als Flügel dienten, waren in der Wellenbewegung eines Abwärtsschlags gefangen und der schuppige Körper der Himmelsflosse glitt wie in Zeitlupe auf mich zu. Ich hob den linken Arm, holte aus, klappte die Hand nach unten weg und stieß zu. Im letzten Augenblick rollte sich das Tier zur Seite, meine Klinge schrammte über die harten Schuppen, verfehlte das empfindliche Auge und bohrte sich tief in die Schuppen. Die Himmelflosse stieß einen markerschütternden Schrei aus. Ich prallte gegen den glitschigen Körper, riss meine Waffe aus dem dampfenden Fleisch, Adrenalin peitschte durch meine Adern. Mit aller Kraft krallte ich mich an dem Tier fest, fing den Schwung meines Sprungs ab und riss es mit mir zu Boden.
Feuriger Schmerz peitschte durch meinen Rücken, ich fauchte. Das Biest hatte mich mit seiner Schwanzflosse getroffen. Es krümmte sich unter mir, wand sich zwischen meinen Beinen, das Maul schoss nach oben und Reihen blitzender Zähne schnappten nur Zentimeter vor meinem Gesicht zusammen. Fauliger Atem schlug mir entgegen.
Es gab nur noch mich und ihn.