Hexenhammer

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Der dritte Band des düsteren Fantasy Epos über den Heiligen Krieg im Herem …
… mystisch, erotisch und teuflisch gut!

Ich starrte auf das Vernehmungsprotokoll, das vor mir auf dem altersdunklen Holz des Stehpults lag. In geschwungenen Lettern stand dort mein Name.
Inquisitor: Thomas Sanderberg.
Ansonsten war das Blatt Papier leer.
Was hätte dort auch stehen sollen?
Keine Ahnung verdammt!
Dass sie mit dem Kämmen ihres Haars einen Sturm beschworen hatte, die Milch des Nachbarn durch ihr Gelächter sauer geworden war …
… irgendetwas eben, damit wir beide hier raus kamen.
Allerdings bedeutete das für sie, dass sie auf dem Scheiterhaufen sterben würde und ich müsste bei der Folter der nächsten armen Seele zusehen.
Nach dem Chaos auf Helgoland, bei dem vier Menschen gestorben waren, Trisch als lebende Fackel in Flammen stand und Lilith beinahe entkommen wäre, hatte mich der Hochinquisitor in die Basilika Maxima berufen, um bei den Hexen- und Häretikerprozessen mitzuwirken.
Nirgendwo war das Werk Gottes mühsamer.
Aber bei der Inquisition kündigte man nicht einfach wie bei einem Reiseveranstalter. Zumindest, bis ich die Tür zur Zelle einer neuen Delinquentin öffnete.
Dies ist die Geschichte des Heiligen Krieges um den Herem, dessen Ausgang über das Schicksal zweier Welten entscheidet …
… und ich stehe zwischen allen Fronten.

 

Leseprobe:

Jakob von Stegen beobachtete das langsame Ticken des Sekundenzeigers auf seiner Armbanduhr: 20:10
Er hatte Jar Jar Binks getötet.
Nicht den schlappohrigen virtuellen Weltraumtrottel aus einer weit, weit entfernten Galaxie, an der neuerdings der Disney Konzern sämtliche Rechte hatte, sondern den beklagenswert tollpatschigen Versicherungsvertreter, der ihm vor einigen Wochen eine Minestrone über die Hose geschüttet hatte.
Gott vergaß nie.
Und seine Werkzeuge auch nicht.
Aber nein, es war nicht Gottes Werk, das er heute getan hatte. Es war stumpfe primitive Rache gewesen, weil der Kretin es gewagt hatte, jenen wundervollen Nachmittag zu zerstören, der ihm und der Erinnerung an die wunderbare Stefanie Sattler gehört hatte.
Die Jugendlichen von heute würden es vermutlich Afterglow nennen.
So sehr er Anglizismen hasste, der Begriff passte …
… Nachglühen. Es vermittelte den Eindruck von ungezügelter Kraft und Energie und einem langsamen Verblassen danach. Wie Stefanie, die um jede Sekunde ihres Lebens gekämpft hatte und die köstlichen Details ihrer Verzweiflung, die langsam aus seinem Bewusstsein trieben, bis nur noch die Essenz jener Augenblicke übrig war.
Er schloss die Augen und ließ die Erinnerung an ihre zuckenden Füße, als sie endgültig erstickte auf der Zunge zergehen, wie den Schaum einer köstlichen Mousse au Chocolat.
Es war quasi mit ihr am Tisch gesessen, im Da Casomiro.
Bis Jar Jar Binks kam.
Aber jetzt war der Trottel tot. Jakob von Stegen hatte ihn am späten Nachmittag aufgesucht. Er wohnte in einem kleinen Vorort von Hannover, präzise beschnittene Ligusterhecke, getrimmter Rasen, dümmlich grinsende Gartenzwerge, neben der Tür prangte eine riesige Messingtafel mit der Aufschrift »Sebastian Wohlfeil, Braunschweiger Direkt, Generalagentur«.
Ja, genau so hatte er sich vorgestellt, dass Jar Jar Binks wohnte.
Der Trottel hatte ihn sogar noch hereingebeten und Tee serviert …
… mit Plätzchen aus diesen unerträglich widerlichen Billigmischungen von irgendeinem Discounter.
Diesmal war es ein großer Schritt für die Menschheit, als er aufgestanden und hinter den Mann getreten war, um ihm mit einem Klappmesser die Kehle aufzuschneiden.
Der Tod kam gnädig schnell und unspektakulär.